05.01.2017  >>  THE ECONOMIST

THE ECONOMIST: Computer sind in der Übersetzung, Stimmenerkennung und Redesynthese besser geworden

LONDON, 05. Januar 2017 – Wenn die Verbraucher die neuen Technologieprodukte ausprobieren, die sie zu Weihnachten geschenkt bekommen haben, werden viele die Spracherkennung oder Übersetzungsfähigkeiten ihrer Geräte testen. Sprechende und zuhörende „intelligente Helfer“ wie Apples Siri, eingeführt im Jahr 2011, waren bis zuletzt gespickt mit Problemen. Eine deutliche Verbesserung der Kommunikationsfähigkeiten wurde durch „deep learning“ mit Hilfe digitaler neuronaler Netzwerke erzielt.

In seinem Technology Quarterly „Finding a Voice“, das in der morgigen Ausgabe von The Economist erscheint (EVT 06.01.2017), untersucht das Magazin den Stand der Spracherkennung, Redesynthese, maschineller Übersetzung, Gefühlsanalyse und Stimmenerkennung. Das Special schaut auf Produkte, die unmittelbar vor ihrem Durchbruch am Konsumermarkt stehen sowie auf Ansätze der Grundlagenforschung, die Hoffnung auf einen späteren Durchbruch machen.

Der nächste Trend könnte die großangelegte Einführung des Sprachgebrauchs in der Interaktion zwischen Mensch und Computer sein, so der Sprachkolumnist und Autor der vierteljährlichen The Economist-Technologiereihe, Lane Greene. „Konsumenten sind noch nicht daran gewöhnt, mit ihren Computern zu reden“, kommentiert Greene. „Obwohl die meisten von ihnen bereits Sprach-Erkennungs-Software und digitale Assistenten auf ihren Smartphones ausprobiert haben, nutzt weniger als ein Drittel diese Features regelmäßig.“ 

Greene weiter: „Mit fortschreitender Qualitätsverbesserung wird sich dies ändern: Die besten Systeme verstehen heute schon unstrukturierte spontane Konversationen mit mehr als 90-prozentiger Genauigkeit. Bei präziser Sprache und nach kurzer Gewöhnung des Systems an einen bestimmten Sprecher sind die Ergebnisse noch besser. Es wird nicht mehr lange dauern, bis Menschen routiniert mit ihren Smartphones reden, anstatt auf einer kleinen Tastatur zu tippen."

Das Special untersucht auch potenzielle Vorteile und Kosten, die durch die zunehmende Kommunikation zwischen Mensch und Maschine entstehen. Hochwertige, automatisierte Text-to-Speech-Transkription verspricht, das Leben von Blinden und Gehörlosen zu verändern. Wer eine seltene Sprache spricht, muss nicht mehr Jahre lang auf Software warten, die zu seiner Sprache passt. Sprachtechnologie wird außerdem mit weiteren Technologien auf Basis künstlicher Intelligenz interagieren, etwa mit autonom fahrenden Automobilen. Zwangsläufig wird die Technologie auch Jobs kosten, die zurzeit noch von Menschen durchgeführt werden.

Bei Routine-Aufgaben, wie das Zusammenfassen von Nachrichten oder die telefonische Beantwortung regelmäßig gestellter Fragen (FAQs), dürften Maschinen Menschen in nicht weniger als einem Jahrzehnt ersetzen. Aufgaben hingegen, die ein feines Verständnis von Bedeutungszusammenhängen erfordern, werden in absehbarerer Zeit nicht „weg-automatisiert“ werden können

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