29.06.2018  >>  THE ECONOMIST

The Economist’s Special Report: Fixing the internet

Das Internet zu „fixen“ ist wichtig und es gibt Wege, dies zu tun: Technik-Riesen zügeln, starke, aber keine großen zentralen Regulatoren schaffen und Unternehmen müssen mehr Daten teilen

London, 29.06.2018 – Gemessen an vielerlei Maßstäben ist das Internet, das in diesem Jahr 50 Jahre alt wird, ein bemerkenswerter Erfolg. Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung ist heute online. Das globale Netzwerk hat viele Branchen produktiver gemacht und eine Reihe völlig neuer Branchen hervorgebracht. Aber in einem anderen Sinne war es ein bitterer Misserfolg. Seine Pioniere hatten gehofft, es würde ein Raum sein, in dem die Macht breit verteilt wäre, viele verschiedene Geschäftsmodelle blühen würden und autoritäre Regime umgangen werden könnten. Doch nichts davon ist geschehen. Tatsächlich ist die wirtschaftliche Macht online noch stärker konzentriert als in der physischen Welt, und Diktatoren üben noch mehr Macht aus.

Der Autor von „Fixing the internet", einem Special Report in der heutigen Ausgabe von The Economist, ist Technologie-Redakteur der Zeitung Ludwig Siegele. Er stellt fest, dass ein dezentralisiertes Internet letztlich eine Frage der Demokratie ist. Und je mehr das Internet mit seinen Anwendungen und allem, was damit verbunden ist, von Tech-Titanen (oder von der Regierung, wie in China) kontrolliert wird, desto weniger frei wird es sein.

Dieser Special Report dokumentiert die Misserfolge des Internets, argumentiert aber auch, dass es sich in Zukunft dem nähern könnte, was seine Gründerväter wollten. Während die Enttäuschung über viele digitale Dinge einen „Techlash“ lostritt, entstehen gleichzeitig neue Technologien, die in Kombination das Netzwerk grundlegend verändern könnten. In den meisten Teilen der Welt wird es von vier Firmen dominiert, die zusammen als GAFA bekannt sind: Google, Amazon, Facebook und Apple. Aber dezentrale Anwendungen, die als „Dapps" bekannt sind und auf Blockchain basieren („Distributed Ledger“), könnten diese Technologie-Riesen stören. Das dominierende Geschäftsmodell im Internet ist es, den Nutzern kostenlose Dienste für ihre Daten und Aufmerksamkeit anzubieten, die sich mit gezielter Werbung monetarisieren lassen. Aber die Technologie, die den Dapps zugrunde liegt, wird viele weitere Geschäftsmodelle hervorbringen.

Auch Regierungen auf der ganzen Welt, insbesondere in China, haben längst erkannt, dass sie das Internet nutzen können, um ihre Bürger im Auge zu behalten. Technologien, die auf Künstlicher Intelligenz basieren, wie die Gesichtserkennung machen diese Überwachung noch effektiver. Aber die nächste Innovationswelle – neue Verschlüsselungstechniken, Tarn-Kleidung (Stealth Clothing), die KI-gesteuerte Videokameras verwirrt, Krypto-Währungen, die Geld vom Staat entkoppeln – beginnt bereits, das Kräfteverhältnis in die entgegengesetzte Richtung zu verschieben.

Das bedeutet nicht, dass die Träume von Dezentralisierung in vollem Umfang verwirklicht werden. Wahrscheinlicher ist, dass die Zukunft des Internets gemischt sein wird, wobei sich Zentralisierung und Dezentralisierung in einer Form von technologischem Yin und Yang ergänzen.

Um den vollständigen Special Report zu lesen, besuchen Sie bitte: https://www.economist.com/sections/special-reports

 

The Economist:
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