18.11.2013  >>  THE ECONOMIST

"The World in 2014": Jetzt ist der Westen am Zug

Sonderpublikation von The Economist prognostiziert, dass 2014 vor allem die reichen Länder ein wirtschaftliches Comeback feiern werden

London, 18. November 2013 – Der Westen steht vor einem wirtschaftlichen Comeback. Das zumindest prophezeit das von The Economist alljährlich veröffentlichte Sondermagazin „The World in 2014“, das heute (EVT 18.11.2013) weltweit erscheint. Die jährlich erscheinende  Sonderpublikation von The Economist prognostiziert, dass China und Indien zwar schneller als ihre Pendants in der reichen Welt wachsen werden, die Emporkömmlinge aus den Schwellenländern jedoch „nicht mehr das sind, was sie mal waren“. Im Westen scheint die Wirtschaft vitaler zu sein: „Die Leistung wächst gleichzeitig" in Amerika, Japan und Europa.

"Keiner dieser reichen Volkswirtschaften wird 2014 mit seinem Wachstum durch die Decke gehen", sagt Leo Abruzzese, Global Forecasting Director der Economist Intelligence Unit und Autor des Artikels "The West’s turn“. Er prognostiziert, dass „Amerikas Wirtschaft gut daran tun wird, um 3 Prozent zu wachsen, Japans um 2 Prozent und die der Eurozone um 1,2 Prozent". Die meisten Schwellenländer werden voraussichtlich besser abschneiden. Nichtsdestotrotz, während die US-Notenbank die Druckmaschinen dank einer sich erholenden amerikanischen Wirtschaft drosselt, wird Geld aus vielen Entwicklungsländern abfließen und so die Schwächen offen legen, die in guten Zeiten ignoriert wurden.

Die Euro-Zone wird wachsen, „obwohl die Risse in ihrem Fundament nicht verschwunden sind", sagt Abruzzese voraus. Japan wird währenddessen ein Revival feiern. Die Notenpressen der Nationalbank werden die Währung nach unten und die Preise nach oben drücken – in der Regel eine beunruhigende Kombination, jedoch nicht im deflationsanfälligen Japan.

Für „The World in 2014“ ist China die „globale Wild Card". Chinas Wirtschaft wird 2014 nicht um viel mehr als 7 Prozent wachsen. Ein Teil seines jüngsten Wachstums war eine Fata Morgana, herbeigezaubert durch günstige Kredite, die Kapazitäten in Branchen steigerten, die es gar nicht benötigten.

Faule Kredite türmen sich auch in Indiens Banken. Abruzzese weiter: „Eine Kuriosität des Jahres 2014 wird sein, dass die vormals geschwächten Banken im Westen wieder an Stärke gewinnen, während die Geldinstitute in den Schwellenländern Kunden nachjagen werden, die ihre Kredite nicht zurückzahlen können."

Das Wirtschaftswachstum wird 2014 weltweit anziehen, doch die meisten guten Konjunkturdaten werden aus dem Westen kommen.

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