03.12.2015  >>  THE ECONOMIST

Technology Quarterly: Neue Materialien für die Fabrik der Zukunft

The Economist veröffentlicht Technologie-Beilage Technology Quarterly (EVT 04.12.2015)

  • Ein besseres Verständnis von Materialeigenschaften selbst im Kleinstmaßstab sorgt für einen Wandel in der industriellen Produktion. Damit einher gehen Veränderungen im Design und in der Herstellung vieler Produkte – von der Glühbirne bis hin zu Batterien, über Autos und Flugzeuge
  • Die Tage der ‘Trial and Error’-Methodik nähern sich zumindest im Bereich der industriellen  Materialauswahl ihrem Ende. Sogenannte “Material-Genome” werden es Ingenieuren bald ermöglichen, maßgeschneiderte Materialien für ihre jeweiligen Anwendungen auszuwählen
  • Material-Mikrostrukturen können zu neuen Innovationen wie wiederaufladbaren Batterien führen, die Laptops, Smartphones und Elektro-Autos mit mehr Energie versorgen können
  • Für die neuen Materialien werden sehr unterschiedliche Produktionsverfahren nötig sein. Einige Autos werden bereits aus Kohlefaserverbundstoffen ohne eine einzige Schweißnaht oder Niete gefertigt. Und im 3D-Druck lassen sich mittlerweile selbst Triebwerke herstellen

Repräsentative Economist-Umfrage: 75 Prozent der befragten Deutschen sind dafür, dass ärztlich begleitete Sterbehilfe für unheilbar kranke Erwachsene mit geistiger Zurechnungsfähigkeit erlaubt wird
Im Gegensatz zu allen anderen befragten Nationalitäten unterstützen die Deutschen die Legalisierung ärztlich begleiteter Sterbehilfe insbesondere, wenn der Patient die tödlichen Medikamente selber einnehmen muss und sie nicht vom Arzt verabreicht bekommt
Russland und Polen waren die einzigen beiden Länder, in denen weniger als 50 Prozent aller Befragten Sterbehilfe befürworten
60 Prozent der Deutschen unterstützen ärztlich begleitete Sterbehilfe für Erwachsene, die an nicht tödlich verlaufenden Krankheiten leiden
Um die Öffentlichkeit zu ermutigen, über das Recht auf Sterbehilfe zu diskutieren, strahlt The Economist am 3. und am 4. November in der Humboldt Box in Berlin einen Videospot aus, der Berliner fragt: „Können Sie sich vorstellen, ein solches Leben zu leben?

London, 3. Dezember 2015 – In der aktuellen Ausgabe von The Economist veröffentlicht das internationale Wirtschaftsmagazin seine Technologie-Beilage Technology Quarterly mit dem Schwerpunktthema neue Materialien in der Produktion. Paul  Markillie, Innovation Editor bei The Economist, befasst sich in der Beilage unter anderem mit der Werkstoffkunde, das heißt dem Prozess der Umwandlung von Material in eine neue Form. Markillie erklärt, wie sich die Werkstoffkunde immer weiter von der ‘Trial and Error’-Methodik entfernt, mit deren Hilfe Thomas Edison im Jahr 1879 die Glühbirne erfand. Im 21. Jahrhundert hingegen finden Materialauswahl, Design, Herstellung sowie teilweise sogar das Recycling zunehmend am Computer statt, lange bevor das Produkt zu einem greifbaren Gegenstand wird.

Immer häufiger werden auch Materialien auf molekularer Ebene entwickelt. Dies geschieht insbesondere in Form von Nano-Partikeln, die wieder neue Eigenschaften mit sich bringen. Die aktuelle Ausgabe des Technology Quarterly zeigt Beispiele hierfür, darunter eine Variante der Korrosionsbehandlung, die bis zu achtmal länger hält als die konventionelle Methode. Auch neue Lithium-Ionen-Akkus werden vorgestellt, die nicht nur sicherer und günstiger sein werden, sondern doppelt so viel Energie speichern können wie aktuelle Modelle. Ein weiteres Thema werden Kohlefaserverbundstoffe sein, aus denen Ingenieure Leichtfahrzeuge oder Flugzeuge fertigen können. Hierbei kommt eine Technik zum Einsatz, die der Weberei ähnelt. 

Die Nutzung neuer Materialien beinhaltet häufig auch eine additive Fertigung, bekannt als 3D-Druck. Teile von Autos, Flugzeugen, Fußgängerbrücken und Gebäuden können mittlerweile dank des 3D-Drucks mit neuen, innovativen Materialien hergestellt werden. Dabei treten teils auch neue Material-Arten hervor, die sich selbst reparieren oder auf Licht und Wärme reagieren können. Schließlich besteht noch die Möglichkeit, mithilfe der neuen Technologie bereits bestehende Materialien wie Stahl oder Aluminium zu verbessern.

Nie zuvor hatten Hersteller die Möglichkeit, aus einer so umfangreichen Palette von Materialien zu wählen. Dabei müssen sie jedoch lernen, Handlungs- und Denkweisen anzupassen, um das volle Potenzial moderner Technologie ausschöpfen zu können. Dazu gehört neben der Umgestaltung von Fabriken genauso auch die Anpassung von Lieferketten. In vielen Fällen wird mit den Materialien auch eine Senkung der Markteinführungskosten einhergehen, was besonders für Start-ups interessant ist. In der Folge werden sich beispielsweise Automobilhersteller mit neuen Mitbewerbern wie Tesla – und möglicherweise auch Apple – messen müssen. All diese Möglichkeiten werden wiederum weitere unternehmerische Talente anziehen, die dann wieder vom Schlage eines Thomas Edison sind.

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