07.11.2016  >>  OTTO WULFF

Politik, Bau- und Wohnungswirtschaft vereinbaren umfassende Ausgleichsmaßnahmen für Bauprojekt Sieker Landstraße

Zahlreiche Baumpflanzungen, eine Spende im Rahmen der Baumpflanzaktion „Mein Baum – meine Stadt“ der Stadt Hamburg sowie Photovoltaikanlagen sind die Eckpunkte eines gemeinsam entwickelten Konzepts

Hamburg, 07. November 2016 – Vertreter von SPD und Grünen im Bezirk Wandsbek haben sich jetzt mit der Otto Wulff Projektentwicklung und der Wohnungsbaugenossenschaft Gartenstadt Wandsbek (WGW) auf umfassende Ausgleichsmaßnahmen für das Wohnungsbauprojekt Sieker Landstraße 41-43 geeinigt. Auf dem Grundstück im Stadtteil Rahlstedt sollen in den nächsten Jahren sieben Gebäude mit insgesamt 155 neuen Wohnungen und über 100 Tiefgaragenstellplätzen entstehen.

Dafür müssen drei Kastanien auf dem Gelände weichen, auf dem sich in der Vergangenheit ein Kasernengebäude und eine Filmkopieranstalt befanden. Die Gebäude standen seit längerer Zeit leer, verfielen zusehends und wurden mittlerweile abgebrochen.

Sowohl der Politik als auch den Bauherren war es wichtig, ein Wohngebiet zu schaffen, das innerhalb des Stadtteils Rahlstedt die Bedürfnisse vieler Menschen befriedigt. Hierzu sollen 61 Eigentumswohnungen sowie 94 Genossenschaftswohnungen errichtet werden, von denen wiederum die Hälfte öffentlich gefördert werden. Darüber hinaus soll ein Ersatz geschaffen werden, der den ökologischen Wert der zu fällenden Bäume deutlich übertrifft. Vorgesehen ist, acht großkronige einheimische Bäume (Feldahorn, Hainbuche, Eberesche, Sommerlinde) auf Grundstücken der WGW im Bezirk Wandsbek anzupflanzen. Darüber hinaus werden 36 neue Bäume und 640 Meter Hecke auf dem Baugrundstück selbst gesetzt. Die Vereinbarung sieht außerdem eine Zahlung in Höhe von 18.000 Euro in den Naturschutzfonds der Stadt Hamburg vor, womit in Kooperation mit der Loki-Schmidt-Stiftung die Neuanpflanzung von 36 weiteren Bäumen finanziert wird.

„Die drei Rosskastanien sind stark von der Miniermotte befallen und verlieren dadurch schon im Sommer ihr Laub“, so Landschaftsarchitekt Jochen Meyer vom Büro Schoppe + Partner Freiraumplanung. „Die weitreichenden Ausgleichsmaßnahmen sind somit ein Glücksfall im Hinblick auf eine widerstandsfähige Begrünung mit robusten Baumarten in diesem Stadtteil.“ Die Einigung sieht außerdem die Installation von Photovoltaik-Anlagen mit insgesamt circa 240 Modulen, einer Kollektorfläche von ca. 300-400 Quadratmetern und einer Gesamtleistung von circa 60 Kilowatt Peak auf vier von sieben Gebäuden vor. Die Anlage kann an diesem Standort circa 65.000 Kilowatt Stunde im Jahr erzeugen. Das entspricht dem Durchschnittsverbrauch von ca. 19  Zwei-Personen-Haushalten im Jahr, was den Kohlenstoffdioxid-Haushalt zusätzlich entlastet.

Ein weiterer Ausgleich ergibt sich durch den Bau von Gründächern auf den Gebäuden, die Regenwasser aufnehmen und durch Verdunstung zur Kühlung des Quartiers beitragen.

Rainer Schünemann, stadtplanungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion in der Bezirksversammlung  Wandsbek dazu: „An der Sieker Landstraße wird ein wertvoller Beitrag zu unserem Wandsbeker Wohnungsbauprogramm geleistet. Besonders erfreulich ist die Zusammenarbeit der beiden unterschiedlichen Bauherren. So entsteht ein attraktives Quartier mit einer Mischung aus Eigentumswohnungen, Sozialwohnungen und frei finanzierten Genossenschaftswohnungen. Dass das in Verbindung mit einer starken ökologischen Ausrichtung umgesetzt wird, sollte ein weiteres Vorbild auch für andere Projekte sein.“

Oliver Schweim, stadtplanungspolitischer Sprecher der Grünen ergänzt: „Wir sind begeistert und freuen uns, dass es Investoren gibt, die lebenswerte Quartiere in einer ökologischen Bauweise schaffen wollen. Gerade wenn die Ausgleichsmaßnahmen wie hier freiwillig umgesetzt werden und das Wort einer Kauffrau / eines Kaufmanns noch gilt. Damit kommen auch den Mieter*innen, den zukünftigen Eigentümer*innen und den Investor*innen der neuen Wohnungen die Vorteile einer solchen Bauweise zu Gute. Ökonomie und Ökologie werden sinnvoll zusammengebracht.“

Christine Stehr, Vorstandsvorsitzende der Wohnungsbaugenossenschaft Gartenstadt Wandsbek eG: „Wer bei uns eine Wohnung mietet, findet in unserer Genossenschaft einen langfristigen und zuverlässigen Partner. Deshalb sind auch unsere Wohnungen darauf ausgerichtet, für viele Jahre und in den verschiedensten Lebensphasen ein Zuhause zu bieten. Umweltschutz und Grünflächen gehören dabei einfach dazu – denn Wohnen bedeutet für uns Leben, und das geht nur im Einklang mit der Natur.“

Stefan Wulff, Geschäftsführer der Otto Wulff Projektentwicklung: „Wir freuen uns sehr über die Einigung mit den Bürgervertretern im Bezirk Wandsbek. Klare Gewinner sind neben den künftigen Bewohnern der Gebäude vor allem auch die Nachbarn in Rahlstedt, die sich über die Investition in den Grünbestand freuen können – und natürlich die Natur.“